O.M.J.- Fachtagung der Experten für die Sektion E- Positurkanarien

 

In Palaiseau, in der Nähe von Paris, 23. bis 25. April 2010. Alle Länder der C.O.M.- Gruppe A haben dazu Teilnehmer entsannt: Deutschland, Österreich, Belgien Spanien, Frankreich, England, Italien, Niederlande, Portugal und die Schweiz.

Als Vertreter der O.M.J. waren der Vorsitzende, Pierre Groux und der Sektionsleiter Ernesto Gracia als Sitzungsleiter anwesend.

Für Frankreich waren drei Vertreter, für England und Österreich je Einer, für alle übrigen Länder zwei Preisrichter als Vertreter entsandt. Ungeachtet der Anzahl der Ländervertreter, hatte jedes Land eine Stimme.

Es wurde informiert, dass Änderungen die im Besonderen Rasseeigenheiten betreffen, nicht vor der Einholung von Meinungen der Ursprungsländer erfolgen. Was bedeutet, dass z.B. für die Rassen: Fife, Border oder Lizard, grundlegende Abänderungen nur nach Rücksprache mit den Vertretern der Spezialklubs in England erfolgen könnten.

Frankreich hätte gerne den Südholländer auf französischen Friese umbenannt. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Schweiz wird einen Vorschlag für eine Abänderung, bzw. Präzisierung der Bewertungskarte für den „Schweizer-Frise" ausarbeiten.

Die Größe des „Gibosso-Espanol" wird von 17cm auf 18 cm angehoben.

Die Größe bei Berner-Kanarien wird von bisher max. 16 cm auf 16 -16,5 cm fixiert.

Bei einigen Rassen erfahren die Rubriken innerhalb der Bewertungskarten, die Punktehöhe betreffend, leichte Abänderungen. Was sich in der Praxis der Bewertung wohl nicht so gravierend auswirken wird. Man denke nur an das Bewertungssystem der Platzierungen, dass gar keine Punkte kennt und doch in einigen Verbänden angewandt wird.

Einigen Ländern scheint die Position Größe mit 25 Punkten bei den Fife-Kanarien als zu hoch angesetzt, besser wäre es, die Position „Körper" im Gegensatz dazu aufzuwerten. In Belgien entstehen durch die „Verbesserung" des Körpers immer häufiger Vögel die auf den Sitzstangen „liegen". Ein Problem auf das auch bei Glostern vermehrt geachtet werden muss. Von den französischen Vertretern werden die „Mini-Norwich´s" bei den Glostern kritisiert, weil dabei die im Standard angeführten 11cm als maximale Größe beinahe automatisch überschritten wird. Es wird erinnert, dass es sich bei diesen Vögeln um eine Miniaturkanarien-Rasse handelt.

Lancashire haben kaum die im Standard und auf der Bewertungskarte angeführten 23 cm an Mindestmaß. Trotzdem wird hier keine Korrektur vorgenommen. Die 23 cm sollen als anzustrebendes Ziel betrachtet werden.

Ein Vorschlag, den „Mehringer" in Zukunft nicht mehr im Tunnel (Kuppel)-Käfig sondern im Borderkäfig auszustellen, wurde von der Mehrheit abgelehnt.

Auf Wunsch der belgischen Kollegen erfolgt eine genauere Erläuterung der neu im Weltverband aufgenommen Rasse „Harlekin-Portugal". Es wird erinnert, dass die Vögel nur als „dreifärbige" Schecken, nämlich Melanin und rot-weiße Farbe, abgeleitet vom rot-Mosaikfaktor haben dürfen. Gelbgrundige Vögel sind nicht zulässig. Es ist eine Dreiecks-Haube mit geschlossenem Nackengefieder gefordert. Das Großgefieder muss im Gegensatz zu den normalen Mosaikanarien rot durchgefärbt rot sein.

Als wesentliche Neuerung für alle PK-Züchter muss die Änderung der Schauklassen, betreffend der Einteilung bei: Melanin, Schecken und Lipochromvögel beachtet werden. In Zukunft dürfen Melaninkanarien, bis zu max. 10% Fettfarbe zeigen. Lipochromvögel, im Gleichschritt dazu, dürfen bis zu max. 10% Melaninanteil besitzen. Diese Regelung erinnert doch etwas an die österreichische Festlegung für Glostern-Kanarien. Die Schauvögel in Schecken-Stämmen müssen sich so ähnlich wie möglich sein um als Kollektion anerkannt zu werden. Eine prozentuelle Festlegung gibt es dabei aber nicht.

Kurz vor Beendigung der Sitzung, brachten die portugiesischen Vertreter einen Antrag, der eine sehr schwerwiegende Änderung nach sich ziehen würde, ein.

Es sollten die glatt befiederten Rassen, anstatt in: Melanin, Lipochrom und Schecken-Vögel, in intensive, schimmel und weißgrundige Rassevertreter eingeteilt werden. Diese Abstimmung ergab eine 5:5 Battstellung. Die beiden Vertreter der O.M.J. entschieden in diesem Fall gegen den eingebrachten Antrag. Die Portugiesen, hatten wohl den Zeitpunkt (nach der Festlegung für die 10% Regelung) für so eine wesentliche Änderung kurz vor Ende der Sitzung nicht gerade gut gewählt. Solche Änderungen hätten besser und von langer Hand vorbereitet gehört, um dann letztendlich bei der Abstimmung erfolgreich zu sein.

Meine Reisebegleiter nach Frankreich, war mein Vereinskollege, Karl Oberhammer, er war der Vertreter Österreichs, für die Sektion A-Harzer-Roller. Es wurde vom Spartenvorsitzenden Herrn Level in dieser Sektion sehr positiv aufgenommen, dass Österreich auch für die Rasse einen Experten nominiert und entsannt hat.

Das trotzdem nicht alle Entscheidungen unseren Vorstellungen entsprechen, liegt einfach an dem Model der demokratischen Abstimmung und den oft sehr differierenden Meinungen zu den diversen Fachthemen. Trotzdem hoffe ich die zwei Urlaubstage nicht sinnlos für die österreichischen Vogelzüchter geopferten zu haben.

Gerald Bründl

C.O.M.-Austria, O.M.J.-Kommunikation